WIP: brezzlicator

Es ist schon einige Zeit her, dass ich den Entschluss gefasst habe, mal wieder einen neuen Drucker bauen zu wollen.
Ein Bauvolumen von 300x300x300 sollte das Teil können, ansonsten sollte es höchste Präzision bieten und von Einsteigern leicht benutzbar sein.

Ich liebäugele schon länger mit dem Hypercube Evolution (kurz HEVO), der Drucker scheint sehr simpel aufgebaut zu sein, coreXY und Bowdenextruder sind auch kein Problem – genau wie ich es mag!

Folgend einige Einträge, die ich vor mir her geschoben habe:

26.03.2018: Es beginnt

300×300 benötigt anständig Power – der marckube v2 wird definitv ein 24V Drucker.

Auf banggood habe ich eine 300×300 Heizplatte MK2B gesichtet und direkt bestellt. Mal sehen, was das wird.
Außerdem habe ich heute Einschlaggewinde M3, Eckverbinder für 2020 Profile, M4 Hammerkopfnüsse für 2020 Profile, M5 Hammerkopfnüsse für 2020 Profile, einen Radiallüfter, 6 optische Endstops, einen induktiven NPN Sensor sowie einen DCDC 5V Konverter in China geordert. Zusätzlich noch 2 Schrittmotoren, die jew. eine 300mm lange 8mm Trapezgewindespindel bereits integriert haben – die kommen aus Deutschland.

Übrigens, eine vollständige BOM bekommst du, sobald der Drucker funktioniert.

27.03.2018: Erste gedruckte Teile

Im düsteren Licht, spät Abends, entsteht das erste Teil für den marckube v2 – dem hevo.

Auf dem Druckbett entsteht gerade einer der beiden Idler für die Umlenkrollen der Riemen kombiniert mit dem Halter der Y-Achse. Die originalen vom hevo Design von SCOTT 3D schienen mir weniger Stabil als das Rework von Xcion.

Das Drucken sieht etwas seltsam aus, trotz meiner vor wenigen Wochen eingebauten BuildTak Matte und einem neuen MK3B-Heizbett scheint das Modell nicht richtig zu haften, weshalb ich ein gigantisches Raft habe mitdrucken lassen. Das hat soweit auch ganz gut funktioniert, die Teile haben sich exakt getroffen und das entstandene Modell kann sich sehen lassen

Soviel kann ich schon sagen, druck, wennn du den Halter ebenfalls ausdruckst, in nicht in dieser Schräglage. Warum kommt später.

Das Ergebnis hätte sich durchaus sehen lassen können – würde ich mal anfangen Fotos statt mit der kriseligen Handykamera mit meiner Spiegelreflex zu machen.

Ich habe die Teile mit Einschlaggewinden gedruckt – das scheint mir aktuell die beste Lösung, Scott 3D lobt die Teile, ich vermute, er hat Ahnung, immerhin hat er das Plastikkit für meinen neuen Drucker entworfen!

Auch hier wieder meine Empfehlung: Lassts sein, druckt die Teile direkt mit Löchern für Muttern, später dazu mehr.

Neben den ersten gedruckten Teilen habe ich heute 12mm IGUS DryLin Gleitlager bestellt – der neue Drucker soll richtig schön Leise werden!

28.03.2018: Kaufen Kaufen Kaufen!!!

Heute war ich ausgiebig shoppen!
In meiner Bestellliste sind gelandet:

  • 2 GT2 Pulleys mit 20 Zähnen für die Schrittmotoren mit 5m GT2 Riemen (Ich habe zwar noch pulleys, aber das Set ist günstiger als der Riemen alleine)
  • 2 GT2 Idler ohne Zähne (für die Umlenkung in den Y-Carriages)
  • 10 GT2 Idler mit Zähnen (für Umlenkungen in den Y-Carriages und den Idlern)
  • 4 Igus DryLin Lager für die Y-Achse
  • 4 Igus DryLin Lager für die X-Achse
  • 10 2020 Eckverbinder im Slot für die Druckplattform

29.03.2018: Und schon wieder shoppen!

Auch heute war ich wieder ausgiebig Shoppen!
Heute habe ich Eckverbinder im Slot für den 3030 Rahmen bestellt. Außerdem sind außen Sitzende Eckverbinder für den Rahmen, 500 M5x10 Linsenkopfschrauben, 3x10mm Edelstahlstifte sowie zwei 60W 24V Heizpatronen für den Extruder in meinem Warenkorb gelandet.

Auch habe ich heute ein 24V 480W Netzteil geschossen – für 18€! Mal sehen, wie lang das hält.

03.04.2018 – 08.04.2018: Urlaub – Drucken – Geil!!

Nach dem Osterwochenende habe ich mir doch glatt 4 Tage Urlaub gegönnt – Perfekt um die Zeit mit 3D-Drucken zu verschwenden!
Inzwischen sind die beiden Schrittmotoren bereits angekommen, der Versand per DHL ging flott.

Im hevo möchte ich ein touchdisplay als Steuerung verbauen. Wie praktisch, dass ich vor Ewigkeiten mal einen kleinen 4.8″ Touchscreen mit Display bestellt habe, passend für den RPI.

Gleich angestöpselt und OctoPrint installiert, den Arduino mit Marlin 2.0 (beta) minimalkonfig bespielt und Vollgas – also zumindest soweit es schon geht.

Auf dem Bild ist der wunderschöne Kabelsalat zu sehen, genauso wie das neue, gigantische Druckbett, das links oben ins Bild linst.

Zwischendurch habe ich mal einige von diesen praktischen Stapelkisten ausgedruckt – wozu der Vasenmodus doch alles gut ist!

Das Netzteil kam auch an, leider schon eingedellt vom Versand. Der Händler erstattete mir prompt die hälfte des Kaufpreises zurück – da hatte ich das Netzteil noch nicht getestet.

Später am Tag wollte ich es dann doch mal wissen, immerhin habe ich das RAMPS-Board, das ursprünglich mal in den bruzzl-lasercutter eingebaut werden sollte, schon auf 24V umgebaut.

Im Einschaltmoment ist leider genau das passiert, was ich erwartet hatte, als ich die Schutzbrille vorher aufgesetzt hatte – Puff, Knall, Blitz – Sicherung und FI raus, Wohnung dunkel, Druckauftrag abgebrochen – Mist.

Der Händler erstattete mir ohne wenn und aber auch noch den Rest des Kaufpreises für das explodierte Netzteil, immerhin etwas – Also, wenn du ein 24V Netzteil in dieser Leistungsklasse kaufst – nimm nicht das billigste! Ich werde auf ein Meanwell-Netzteil umsteigen. Damit habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

Bei meinen basteleien mit dem Touchdisplay ist mir aufgefallen, wie doof das ist, dass man beim PI ständig auf irgendwelchen Blättern und Bildern schauen muss, welcher Pin gerade welcher ist. Zudem belegt das Touchdisplay alle GPIO-Pins, obwohl es nur einen Bruchteil davon braucht!

Ich habe mir kurzerhand eine Platine gelayoutet und ätzen lassen, die mein Problem behebt. Neben der verbundenen Pinreihen habe ich hier Beschriftung sowie die möglichkeit, mittels einer micro-usb Buchse die 5V-Schiene des RPI zusätzlich zu speisen. So kann ich meinen pi ausschließlich über meine Platine betreiben. Mal sehen, ob das was nutzt.

Leider sind meine bestellten Buchsenleisten und Stiftleisten hierfür noch nicht angekommen und ich kann die Platine noch nicht testen.
Falls sie funktioniert, habe ich noch einige auf Lager, bei Interesse werden wir uns sicher über den Preis einig.

Die X-Achse soll so leicht wie nur möglich werden – ich habe mir hierfür eine Carbonstange (Durchmesser 8mm, hohl) bestellt.

21.04.2018: Aluminium!! Stahl!!

Pünktlich zum Wochenende kommt meine Bestellung von motedis an – liegt daran, dass man bei DPD nun auch den Zustellungstag auf Samstag verschieben kann. Großer Daumen Hoch von mir dafür, das entlastet meine Nachbarn ungemeint.

Da ich die Finger nicht davon lassen kann, muss der Rahmen gleich zusammengeschraubt werden.

In der Zeit, in der alle anderen gegen das neue Polizeigesetz in Bayern demonstrieren schraube ich also lieber an meinem Alurahmen rum – im Nachhinein war es die bessere Beschäftigung, meine Freundin berichtet, es wäre ohnehin nur eine Demo des demonstrierens Willen gewesen.

Zurück zum Thema, wie immer, wird auch heute der Samstag spät, immerhin soll der Rahmen soweit als möglich stehen.
Ich bereue übrigens jetzt schon, die Plastikteile mit Einpressmuttern gedruckt zu haben – meine Muttern sind im Durchmesser etwas kleiner als die von den fertigen Teilen auf thingiverse – trotz einbauen mit Lötkolben halt da nix!

Eine Revision 2 der Plastikteile mit normalen HEX-Muttern muss also her – wie gut, dass sich schonmal jemand die Mühe gemacht hat, und die Teile dann auf Thingiverse freigegeben hat. Danke!

28.04.2018: Plastik v2 – das Kind hat einen Namen!

In der letzten Woche habe ich die Version 2, teilwese schon v3 der Plastikteile ausgedruckt – jetzt in transluzentem Grün, das, wie ich finde, verdammt gut aussieht!

Beim Drucken, Schrauben, basteln, kam mir endlich auch ein passender Name, für einen Drucker, der vollständig in Bayern aufgebaut wird –

brezzlicator

soll das Gerät heißen!
Angelehnt an die Brezel, kombiniert mit replicator, dem englischen Begriff für eine Art 3D-Kopierer.

Die IGUS-Lager auf der Z-Achse gleiten verdammt schlecht – Ich habe den Rahmen schon zig Mal auseinander und wieder zusammen gebaut, zig Werte gemessen und optimiert, Schablonen gedruckt und angelegt – alles ohne Erfolg. Vermutlich haben die Lager in der Klemmung zueinander schon Spiel und lassen sich hier nicht richtig ausrichten, dazu kommt das Spiel, dass die vier Achsen zueinander haben. Das ist wohl zu viel. Ich werde wohl auf Kugellager umsteigen, zumindest auf der Z-Achse.

29.04.2018: X-Carriage und Stecker für Schrittmotoren

Auf dem Bild von gestern sieht man ihn schon – den D-SUB 9 Pol Steckverbinder am Schrittmotor. Im alten Drucker habe ich jedes Mal, wenn ich einen Schrittmotor tauschen will, etwas umbaue o.ä. das Problem, dass ich das gesamte Kabelgewusel auseinander nehmen muss. Hierzu baue ich im brezzlicator für alle Schrittmotoren D-SUB 9-Pol Buchsen ein, die mit einem 45°-Halter am Rahmen verbunden werden. Dadurch lassen sich die einzelnen Schrittmotoren super schnell und einfach ausstöpseln und austauschen. Perfekt.

Beim zusammenbauen des X-Carriage ist mir auch hier aufgefallen, dass die Igus dryLin Lager auf der Y-Achse sehr wenig spiel haben und nur sehr ruckelig laufen. Auch diese werde ich gegen Kugellager tauschen. Da die Y-Achse aber ständig bewegt wird, greife ich hier zu hochwertigen Markenlagern von Misumi. Die sollen leiser laufen, als die 0815 Chinalager.

12.05.2018: Kugellager, LEDs, Funken und Buchsen

Heute habe ich den ganzen Tag am 3D-Drucker verbacht. Geil.
Mein Näherungssensor für das X-Carriage macht leider mucken, ich kann ihn nicht weit genug am Hotend nach unten einstellen, sodass ich ihn als berührungslosen Näherungsschalter einsetzen kann. Kurzerhand habe ich mir einen Halter gebastelt, um ihn mit dem Rahmen zu verschrauben, sodass ich ihn einfach als Z-Min Endstop benutze.
Auf Z-Max habe ich einen optischen Endstop eingebaut, an der Plattform einen „Dorn“ angebracht, der diesen auslöst.

Beim debuggen habe ich mir heute Früh meinen Arduino zerschossen – habe beim Anstecken des Näherungssensor zuerst das Signal aufgesteckt, danach die Masse. 12V am Eingang hat der ATMEGA nicht vertragen und sich verabschiedet. Mist. Wies der Zufall will, habe ich aber noch einen da, Glück gehabt.

Heute habe ich mich auch ausgiebig mit Inventor Professional auseinander gesetzt. Mit der Studentenlizenz kann ich das Programm jetzt 3 Jahre lang kostenlos benutzen. Vor einigen Wochen habe ich bereits ein Webinar in Fusion 360 gemacht, das erleichtert mir den Einstieg in Inventor nur ungemein.
Bei meinen Basteilein im 3D-CAD sind unter anderem der oben genannte Halter für den Näherungssensor, eine Halterung für die weit verbreitete 8xWS8212 LED Platine sowie die Rahmenhalterungen für die DSUB-9Pol Buchsen entstanden.

Daneben habe ich heute noch die Linearkugellager eingebaut – zumindest die, die schon angekommen sind. Bilder von heute dieses Mal im Paket.

  

30.12.2018 – Mal wieder was neues

Was bisher geschah:

  • Ich habe eine Bodenplatte aus Acrylglas angebracht und darauf die Netzteile und den Arduino untergebracht.
  • Ich habe einen der beiden Extruder durch den Bulldog aus dem alten Drucker getauscht. Die e3d Titan machen nicht genügend Druck für den langen Bowdenschlauch.
  • Ich habe ein e3d Cyclops Hotend gekauft und eine passende Halterung designed
  • Der neue Hotendhalter ist vorbereitet für ein IR Probe Board passend zum duet3d, dass ich den Drucker einbauen will.

Bilder zum brezzlicator ab sofort unter pics.marcfischer.org

4 Gedanken zu „WIP: brezzlicator

    • Marc Autor des BeitragsAntworten

      Hier nochmal öffentlich:
      habe aktuell ein E3Dv6 lite clone eingebaut, mit so nem Druckbaren Multi-Extrusion Adapter.
      Der Bauraum ist einfach wahnsinnig groß, hab deshalb ne 8mm Düse eingebaut, da komm ich aber nicht mit auf Geschwindigkeit, die Heizung kommt nicht nach (trotz 60W heizpatrone). Vermute, dass ich hier einfach zu wenig Hitze in den heater block rein bekomme, hab andauernd jams. Kann natürlich auch sein, dass der Chinese da einfach irgend einen Müll verbaut hat und der Heizblock irgendwie die Hitze abschirmt, was weiß ich.

      Werde aber, sobald ich wieder Geld dafür investieren kann, Umsteigen. Plane aktuell ein Cyclops Hotend mit 24V System.
      Will vielleicht auch noch andere Extruder benutzen, die E3D Titan sind zwar ziemlich leicht, bringt mir beim bowden Setup aber recht wenig.

    • Marc Autor des BeitragsAntworten

      Wahrscheinlich zwischen Weihnachten und Neujahr. Duet 2 WiFi ist bestellt und unterwegs, das Zyklops Hotend ist schon da. Sobald ich zum einbauen komme gehts auch hier weiter.

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