MarcKube v1: 3D-Drucker mit altem PS3 Netzteil betreiben

Beim entrümpeln habe ich die Teile meiner alten PS3-phat (Modell v4) gefunden.
Darunter auch das alte Netzteil.

Das Typenschild besagt, das Netzteil liefert auf zwei Schienen einmal 5V/0,6A und 12V/23,5A.
Hier klingelt etwas bei mir – 12V und rauen Mengen Strom -> 3D Drucker!
Das laute und nervige LED-Netzteil im Drucker musste ich schon 2x tauschen, weil die Kondensatoren platt waren. Dafür waren die Chinanetzteile bisher immer sehr günstig, wenn auch mit 30A gnadenlos überdimensioniert. Was mich noch störte, war die Möglichkeit einen sanfteren Anlauf zu haben als das Schaltnetzteil selbst, damit war mir schon ein Schalter abgebrannt.

Das PS3-Netzteil soll also in den Drucker. Lange im Netz suchen, ein XBOX-Netzteil in den Drucker einbauen wäre kein Hexenwerk, das haben doch schon einige gemacht. Ganz anders aber beim PS3-Netzteil, und dann auch noch mit der am schlechtesten Dokumentierten Version im Netz.
Ich wäre nicht ich, hätte ich nicht sofort die Schutzbrille auf und den Lötkolben in der Hand, wenn es nicht trotzdem irgendwie gehen muss. Folgend also meine kleine Anleitung, wie man aus einem PS3-Netzteil ein sehr leises 3D-Drucker Netzteil macht.
(Was noch fehlt ist die integration in die Marlin-FW, sodass ich den Netzteil AN schalter nutzen kann)

 

  1. Schritt:
    1. PS3-Netzteil ausbauen, wenn nicht ohnehin schon geschehen, Gehäuse öffnen. Achtung – wer nicht weiß, das Strom nicht gelb ist, sollte hier besser aufhören und Profis zu rate ziehen. Also, auf die Bastelfingerchen aufpassen, nicht unter Netzspannung löten etc. etc., wer sowas hier vor hat, sollte allerdings ohnehin wissen was er tut, also weiter.
    2. Den dreipoligen Steckverbinder von der Netzteilplatine löten und durch einen dreipoligen Abschnitt Stiftleiste ersetzen. Ich habe mir hier etwas Kupferdraht zu Hilfe genommen, die Löcher sind nicht im Raster 2.54 und passen nicht auf die Stiftleiste!!
    3. Vom Mainboard den zweipoligen Steckverbinder ablöten, mit dem das Netztei langeschlossen war.
    4. An den zweipoligen Steckverbinder jew. eine Litze anlöten (Ich hatte praktischerweise noch 4mm² Silikonleitung rumliegen).
    5. Den Eingangstecker vom Netzteil ablöten und mit zwei Litzen länge ca. 15cm ersetzen. Das zweite Ende der Litze verzinnen.
  2. Schritt:
    1. In das Gehäuse des Netzteils ein Loch, so groß wie der Netzschalter werden soll, einfräsen.
    2. Netzschalter in das Gehäuse drücken, mit der Eingansseite und mit eurem Power-Input vom 3D-Drucker verbinden (oder direkt ein Kabel anlöten, wies dir eben gefällt)
    3. Ein Jumperkabel zwischen den beiden äußeren Pins auf dem dreipoligen Steckverbinder stecken, den wir im ersten Schritt getauscht haben.
    4. Mit einem Multimeter die Ausgangsklemmen des 12V-Anschluss messen, um Masse und 12V zu ermitteln
    5. 12V und GND mit dem Terminal am 3D-Drucker verbinden.
  3. Schritt:
    1. Try and Error. Das Jumperkabel zwischen den Pins des Steckverbinders schaltet die 12V-Leistungsschiene des Netzteils zu und ab. Hier plane ich einen Optokoppler einzubauen, um mittels Marlin Softwareswitch die Lastseite zu schalten. Den 5V-Ausgang will ich noch mit dem Arduino verbinden. So kann dieser dann automatisch 12V abschalten.

 

Bilder davon:

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