fanti.mote Projektvorstellung

Marc, der Opa tut sich schwer dabei, den Fernseher zu bedienen. Zwei Fernbedienungen und die vielen Knöpfe! Das ist einfach zu viel für Ihn.

Mama, Frühjar 2017

Zu viele Knöpfe, dass sollte lösbar sein. Zu schwer zu bedienen, auch ein lösbares Problem in meinen Augen. Die Fernbedienung ist zu klein, die Finger zu groß – auch das sollte nicht die größte Hürde sein.

Um Ostern 2017 fing ich also an, erste Gedanken über die fanti.mote schweifen zu lassen. Angefangen hat das mit der Idee, ein Startup zu gründen und Hardware für Menschen zu entwickeln, denen moderne, komplexe und kleine Technik nicht so leicht fällt wie mir. Nicht nur Menschen wie mein Opa, die im gehobenen Alter etwas lernresistent geworden sind, auch Menschen, die körperlich eingeschränkt sind würden davon profitieren. Meine mäßiges BWL-know-how und vor allem mein geringes Budget hielten mich bisher davon ab. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Sollte jemand ähnlich Denken bin Ich sofort mit von der Partie, zögert auf keinen Fall mir zu schreiben.

Zurück also zum eigentlichen Projekt. Anforderungen für die fanti.mote, die zu diesem Zeitpunkt noch „tantuRemote“ hieß, waren schnell gefunden:

  • So wenige Knöpfe wie möglich (An der Zahl 5 + 1)
  • So wenige Möglichkeiten Fehler zu machen wie überhaupt möglich
  • Intuitive Bedienung durch bekannte Abläufe
  • Nachhaltig und Günstig fertigbar

Überhastet stürzte ich mich in die Schaltplanerstellung, ohne wirklich Ahnung zu haben, was ich überhaupt tue. Ein Arduino Uno wirds schon tun, ein paar Knöpfe, ein Akku, eine IR-Led, ein IR-Empfänger. Fertig.
Ernüchterung kam relativ schnell: Der Akku will geladen werden. Der Akku wird verdammt schnell leer, wenn man die Eingabetasten im Pollingbetrieb durchgehend abfrägt. Der IR-Empfänger ist nett, für die meisten Fernseher gibt es allerdings schon alle Codes in Onlinebibliotheken.

Ein ganzes Jahr grübelte ich weiter an der Idee um an Ostern 2018 endlich zu einem halbwegs vernünftigen Projektplan zu kommen. In der Zeit habe ich in github geschnuppert und mir einen Projektorientierten Stil angeeignet, um meine Ziele auch zu erreichen. In meiner echten Anforderungsliste sind zunächst wenige Grundanforderungen zusammengefasst und aufgeschlüsselt in Milestones zur jeweiligen Anforderung.

Intuitives und Einfaches Bedienkonzept

Diese Anforderung schlüsselt sich in weiter Unterkategorien auf, z.b:

  • Haptische Eingabe über 5 Taster zum Ein/Ausschalten, einer Wahlwippe zur Programmwahl sowie einer Wahlwippe für Lautstärke. Zusätzlich ein im Gehäuse versenkter Taster zur Programmierung über den IR-Receiver
  • Haptisches Feedback zur Eingabe über einen Vibrationsmotor
  • Optisches Feedback zur Eingabe über eine RGB-LED
  • Haptische Aufnahme der Bewegungsformen und Zyklen zur optimierten Eingabeerkennung

Wie die Projektplanung im Detail aussieht werde ich in den nächsten Beiträgen erläutern.

Mit Anforderungen bestückt begann ich zunächst mit der Bauteilauswahl und der Entwicklung des grundlegenden aussehens der Fernbedienung. Diese soll zwar modern und auf jeden Fall schick sein, allerdings auch nicht zu sehr von der klassischen Fernbedienung abweichen und eben das intuitive Bedienkonzept unterstützen. Nachdem ich einige Fernbedienungen in der Hand hatte und mir davon dokumentierte, welche Vorteile die einzelnen Modelle haben und welche Nachteile ich auf keinen Fall in meine fanti.mote kopieren möchte war ein grobes Design schnell in meinem Kopf geschustert.

Mit dem Layout im Hinterkopf und den ausgesuchten Bauteil machte ich mich an die Schaltungsentwicklung. Begonnen mit dem micro-usb-stecker, der gleichzeitig zum Aufladen wie auch zur Kommunikation mit dem PC dienen sollte steigerte ich mich Schritt für Schritt bis zu den Portmultiplexern für die LED-Anzeige an den Schaltwippen. Das Platinenlayout nach meinem gewünschten Layout war in meinem CAD-Fieber innerhalb von 3 Tagen zu je sicher 16h Arbeitszeit in den Computer gehackt und die Platine nach einiger Betrachtung für gut empfunden und zum Platinenhersteller meines Vertrauens übermittelt.

Jetzt sollte ich einen Ablaufplan für die Firmware, genau genommen sogar für beide Firmwares, für die Microcontroller entwickeln. Neben dem Hauptprozessor, einem ATMEGA328, kommt als USB<>Serial Wandler ein attiny45 zum Einsatz.
Da die Pins am Hauptrozessor recht knapp bemessen sind benutze ich den internen Oszillator als Taktquelle und einige Sonderfunktionen von gpios. Für Arduino gab es noch kein passendes Template für meine Hardware und im allgemeinen wollte ich mich einmal an die Entwicklung einer Firmware in plain C wagen. Also entschloss ich kurzerhand, dass die fantimote-firmware ein Projekt in Atmel Studio in C werden würde.

Soweit der aktuelle Stand. Dadurch, dass ich aktuell mehr Zeit für meine Fortbildung brauche liegt das Projekt derzeit in der Ablage.

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